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Essen & Trinken in den 50ern

Im Jahr 1950 hatte sich die Lage der Ernährung der Bürger soweit normalisiert, dass die Lebensmittelmarken nicht mehr benötigt wurden und verschwanden. Die sogenannten Hungerjahre nach dem zweiten Weltkrieg waren vorbei, auch wenn es noch nicht alles gab. Elvis Presley oder Buddy Holly wurden in Deutschland populär und James Dean und Marilyn Monroe wurden zu den beliebtesten Schauspielern. Und die Deutsche Nationalmannschaft wurde Weltmeister in Bern. Zu dieser Zeit änderten sich auch das Essen und Trinken.

Die Getränke der 50er Jahre

Nicht nur, dass die meisten Clubs und Bars in den 50er Jahren über sehr dekorative Minibars verfügten, man fand in ihnen mehrere Whiskey-, Cognac- und Schnapssorten, auch wurden von den Gastgebern Cocktails gemischt. Manchmal erledigte diese Aufgabe auch ein extra engagierter Barkeeper. So hielten die Martinis, Side Cars oder auch Vodka Highballs Einzug in die Welt der gehobenen Gesellschaft. Dazu wurden verschiedene Weine und Biere gereicht, die man vorher in schöne und zweckmäßige Karaffen gefüllt hat. Dazu ließ es sich der Gastgeber nicht nehmen, diese Getränke in den korrekten Gläsern zu servieren.Hier ein paar der beliebtestes Getränge der 50er:

  • Eines der beliebtesten Getränke überhaupt in den 50ern war die Bowle. Diese wurde am Tag vorher oder auch zwei Tage vorher schon zubereitet. Dazu legte man frische Früchte, zum Beispiel Erdbeeren, Pfirsische oder auch Ananas in Alkohol an und ließ sie ziehen. Die Früchte nahmen den Alkohol auf und wurden dann der Bowle, die aus Sekt und oder Wein gemacht wurde, zugegeben. Die Gäste des Hausherren waren in den meisten Fällen hellauf begeistert.
  • Zu den begehrtesten Getränken gehörte auch immer der Eierlikör. Dieser wurde immer nach dem Essen gereicht und bildete den passenden Abschluss.
  • Ein weiteres beliebtes Getränk war die "Kalte Ente". Sie bestand aus zwei Flaschen Wein und einer Flasche Sekt. Dazu wurde die Schale einer Zitrone mit hineingehangen, um etwas Säure zu erhalten.
  • Auch der Tokajer, ein süßer Wein erfreute sich immer größerer Beliebtheit.
  • Dann sei auch noch der "Schwarze Kater" erwähnt. Hierbei handelte sich um einen Kräuterlikör.

So hatten die wilden 50er ihre eigenen Getränke, die sich teilweise bis heute festgesetzt haben. So trinken wir in unserer Familie gerne mal die "Kalte Ente" oder verwöhnen uns mit einem Eierlikör.

Auch das Essen erlebt einen Erfolg

Die Lebensmittelrationierungen, die jahrelang die Menschen in Deutschland heimsuchten, führten bei Gerüchten oder bei Krisen zu Hamsterkäufen. Während des Koreakrieges war wieder nichts zu haben, ähnlich der Nachkriegszeit. Danach wurde es aber schlagartig besser, als wieder alles ausreichend zur Verfügung stand.

Geprägt wurde das Essen der 50er Jahre natürlich im Großen durch die Besatzungsmächte, da besonders durch die Amerikaner. Pommes Frites, Hamburger in allen Variationen und auch das Steak erfuhren einen Siegeszug durch die Republik. Aber auch traditionelle deutsche Speisen wurden wieder hervorgerufen oder neu entdeckt. Die sogenannte "Fresswelle" in den 50er Jahren führte dazu, dass Mayonaise und Buttercreme aus keiner Kücher mehr weg zu denken war. Einen Siegeszug in die deutschen Küchen hielten die Dosenfrüchte und da besonders die Ananas. So war der Spaß am Essen bei den Deutschen, dank der Mayonaise und Ananas, wieder zurückgekehrt. Durch die Proklamation von Ludwig Erhard, dem damaligen Wirtschaftsminister, der "Wohlstand für alle" ausgab, waren die Zeiten des Hungerns und Hamstern endgültig vorbei. Damit gehörten Steckrüben und Rindenbrot der Kriegsjahre endlich der Vergangenheit an. Dafür stieg der Verzehr von Fleisch, Eiern und Milch sehr stark an. Ebenso verhielt es sich mit Zucker, Fetten und frischem Obst. Die Ernährung der Deutschen erlebte endlich wieder, dank der Vielfalt, einen Auschwung seinesgleichen. Das hatte aber auch zur Folge, dass bereits die ersten Deutschen mit Übergewicht zu kämpfen hatten, so dass Diätzeitschriften wieder Mode wurden.

Doch was gab es zu essen? Was begeisterte die Deutschen so?

Gerichte der Zeit

Natürlich gab es von Region zu Region Unterschiede, aber viele der Gerichte dieser Zeit haben sich bis heute gehalten. Egal, ob es Buttercremetorten, Kartoffelsalat mit Würstchen und auch "Falscher Hase". Mein persönlicher und absoluter Favorit und damit bin ich mit Sicherheit nicht alleine, ist der "Kalte Hund" oder auch "Kalte Schnauze". Ein Kuchen, der ohne Backen auskommt und aus Keksen, Schokolade und Palmin Kokosfett besteht. Dieser wird in Lagen geschichtet und dann für Stunden ins Tiefkühlfach gestellt. Den Abschluss bildet dann die Schokoglasur. Einfach nur lecker.

Der Sonntagsbraten hielt den erneuten Einzug in die Küchen. Sonntags zum Familienessen gab es eine Suppe zur Vorspeise, darauf den Braten, meist Rinder- oder Rinderschmorbraten, manchmal auch einen Schweinebraten und zum Nachtisch gab es einen gekochten Pudding. Diese Traditionen des Sonntagsessens hat sich auch bis heute gehalten. Weitere Gerichte der 50er Jahre waren:

  • Toast Hawaii
  • Falscher Hase
  • Kartoffelsuppe
  • Kartoffelsalat mit gebackenem Fischfilet
  • Ochsenschwanzsuppe
  • gefüllte "Fliegenpilze" mit Bratkartoffeln
  • Kohlrouladen

und noch vieles vieles mehr. Russische Eier gehörten ebenso dazu, wie die beliebten Schinkenröllchen und der Kult-Käseigel.

Die neu gewonnene Reisefreiheit brachte kulinarische Highlights nach Deutschland. Italienurlauber brachten die Pizza mit und auch die unterschiedlichsten Pasta-Gerichte wurden in Deutschland Mode. Auch wurde gelernt, Spaghetti mit der Gabel zu essen. Dazu die exotischen Konserven, wie Ananas und Mandarinen, die eine sehr raffinierte Verzierung mit Mayonaise und Cocktailkirschen erhielten. Aber ein Gericht wurde und ist bis zum heutigen Tage absoluter Kult und wird mittlerweile in den verschiedensten Variationen und auch in der gehobenen Gastronomie serviert.

Toast Hawaii - Mega-Kult der 50er Jahre

In den 50er Jahren, wurde auch der erste Fernsehkoch populär und geboren: Clemens Wilmenrod.

Seine einfache und schlichte Küche verschaffte ihm eine gewisse Verehrung und einen hohen Bekanntheitsgrad. Aber das Wichtigste ist, dass er als Erfinder des legendären Toast Hawaii gilt. Dazu nahm er eine Scheibe Toast, die er mit einer Scheibe gekochtem Schinken belegte. Dazu legte er eine Scheibe Dosenananas drauf und überbackte es mit einer Scheibe Schmelzkäse. Zum Schluss wurde das Toast mit einer Cocktailkirsche verziert und fertig war das erste Toast Hawaii. Dazu verwendete er auch mal außergewöhnliche Zutaten wie Ketchup oder Roquefort. Damit beflügelte er auch die Kreativität der Menschen zu Hause. Das Toast Hawaii war nur für wichtige Anlässe oder wenn ein Familienbesuch anstand, von dem man etwas wollte. Da musste natürlich was geboten werden.

Das "normale" Essen der 1950er Jahre

An normalen Tagen gab es die verschiedensten Dinge zu Essen. Das waren Eintöpfe oder Frikadellen. Aber auch Pfannekuchen, Kartoffeln mit Petersiliensauce, Arme Ritter, also in der Pfanne gebratenes Brot und auch mal Königsberger Klopse. Am Wochenende gab es meist ein Stück gebratenes Schein, entweder Nacken oder Rippe. Dazu wurde Rotkohl und Kartoffeln gereicht. Fisch gab es sehr selten im Westen. Den gab es im Osten dafür öfter, weil er dort preiswert war. Dargereicht wurde er meist als Kochfisch oder als marinierten Hering. Aber auch einfache Gerichte wie Milchsuppe oder Gries und Nudeln waren in der Woche normal. Gab es mal zum Frühstück das "Bauernfrühstück" (Bratkartoffeln mit Rührei bzw. Omelette), wurde nur wenig gekochter Schinken hinzugefügt. Im Sommer gab es oft verschiedene Salate. Egal, ob grünen Salat oder Gurkensalat, Kartoffel- oder Nudelsalat. Die meisten Suppen wurden in der Grundlage mit Fleischknochen gekocht. Das Suppenfleisch wurde nur Sonntags zubereitet.

Die 1950er im Überblick

Die Nachkriegsjahre waren endlich vorbei, Deutschland wurde Fussballweltmeister und das Toast Hawaii zog in die deutschen Küche ein. Dazu wurde wieder viel gekocht und ausprobiert, da es endlich wieder alles gab. Buttercreme, Mayonaise und der Sonntagsbraten wurden ebenso zur Tradition, wie die Kalte Ente und der Eierlikör.


Letzte Änderung: 31.10.2018

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