Lingy-Hop & Swing

Absinth, Swing und moderne Architektur - das waren die goldenen 20er!

Wie schön wäre es, wenn wir in der Zeit reisen könnten und einfach mal für ein Wochenende oder einen kurzen Urlaub in die Vergangenheit entfliehen könnten. Dafür müssten wir nicht unbedingt in die Steinzeit reisen, denn bereits das vergangene Jahrhundert hatte spannende Zeiten zu bieten. Jedes Jahrzehnt stand für einen besonderen Tanz-, Kleidungs- und Lebensstil. Die goldenen 1920er Jahre beispielsweise standen für Swing, Absinth und eine ganz neue Art der Architektur. Ich möchte euch ein Geheimnis anvertrauen: Zeitreisen sind möglich!

Absinth, Swing und moderne Architektur - das waren die goldenen 20er!
Bild: Absinth, Swing und moderne Architektur - das waren die goldenen 20er!

In einigen Städten, wie z.B. in Berlin, können wir noch heute die verschiedenen Jahrzehnte ein wenig nachfühlen. Hier lebt die Geschichte an jedem Ort, nicht nur in Form von Gebäuden, sondern auch zum Erleben. Wagen wir doch mal einen Blick zurück in das Berlin der 20er Jahre... .

Das war Berlin in den 20ern - Moderne Architektur der 20er Jahre

Nach dem ersten Weltkrieg in der Weimarer Republik änderte sich politisch und architektonisch viel in unserer Hauptstadt. Etwas Neues und Besseres sollte erschaffen werden. Das Kaiserreich war verabschiedet und der weg zur Republik geebnet. Genau diesen Aufbruch können wir in den Bauwerken sehen. Auf die Wohnungsknappheit musste reagiert werden. Da vor allem Fabrikarbeiter Wohnungen brauchten, mussten die Wohnungen modern, aber in erster Linie bezahlbar sein. So entstanden die schnörkellosen und schlichten Gebäudekomplexe mit großen Innenhöfen, die gut belichtet wurden. Noch heute sind sie in Berlin bekannt und beliebt. Ganz neu entstand in dieser Zeit auch das klassische Wohnkonzept. Eine Wohnung hatte nun eine Küche, ein Bad und oft auch einen Balkon. Dieser Stil hat sich bis heute immer wieder durchsetzen können. Wären wir Bürger der 20er Jahre, hätte uns dieser Stil jedoch sehr wahrscheinlich schockiert und empört - denn nie zuvor hatte es so radikale Veränderungen im Bauwesen gegeben. Und nicht alle Menschen waren offen für diese Neuerungen.

Sight-Seeing der 20er Jahre

Laufen wir doch mal durch die Stadt mit den Augen eines 20er Jahre Bürgers. Alle Bauten, die später entstanden, blenden wir einfach aus. Starten wir zentral am Alexanderplatz, führt uns dies in Berlin zum Alexander- und Berolinahaus. In seiner Schlichtheit und Größe erinnert es an die Plattenbauten des Ostens und ist daher heute eher unauffällig. Spezieller ist da das Mosse-Haus mit einer abgerundeten Front. Dadurch hebte es sich schon damals deutlich von den anderen Häusern ab. Ebenfalls sehr beliebt war aber auch der Betonrasterbau. Beispiele in Berlin sind das Bundeshaus oder das Ullstein-Haus am Tempelhofer Hafen. Walter Gropius hatte in der Zeit sogar noch eine ganz andere Idee: Er baute angeblich aus dem Holz eines alten Kriegsschiffes das Haus Sommerfeld.

Zwischen 1913 und 1934 entstanden in Berlin sechs "Siedlungen der Moderne" und gehören mittlerweile zum UNESCO-Welterbe. Nur durch die Entstehung dieser Siedlungen wurde es Berlin möglich, zu einer so bedeutenden Metropole - nicht nur für die moderne Architektur - zu werden. In Treptow-Köpenick gehört zu diesem wertvollem Erbe die Gartenstadt Falkenberg mit der intensiven Farbgestaltung der Fassaden, in Mitte die Gartenstadt Atlantic. Damals hatte die Siedlung ein riesiges Kino in der Mitte, sowie Bars, Restaurants und Tanzsäle - damals äußerst modern. Direkt hier wurde Swing getanzt! In Reinickendorf entstand die Weiße Stadt, die Großsiedlung Siemenssadt in Charlottenburg und Spandau wurde speziell für die Siemens-Mitarbeiter gebaut. Als letztes zählt die Hufeisensiedlung in Britz mit seinem einmaligen, riesigen Innenhof zum Kulturerbe. Im Museum des Bauhaus-Archivs in der Klingelhöferstraße werden jeden Sonntag kostenlose Führungen über die Bakunst der 20er Jahre angeboten.

Architektur auf der einen Seite - Lebensgefühl auf der anderen Seite

Die Architektur in allen Ehren, doch die wirkliche Stimmung und das Lebensgefühl der 20er Jahre, kann diese nicht alleine verbreiten. Musik, Tanz und Kleidung in Verbindung mit dem architektonischen Ambiente und der grünen Fee jedoch schon!

Und dazu gehört Swing natürlich dazu! Swing kann noch heute in vielen Tanzschulen gelernt werden. Traditionell gibt es in Städten wie Berlin wöchentlich noch Swing-Abende im Stil der 20er Jahre - perfekt für einen Abend in der Vergangenheit. Absinth darf für die richtige Stimmung natürlich nicht fehlen. In Clärchens Ballhaus in Berlin bietet der Spiegelsaal seit über 100 Jahren für Swing-Abende einen Raum. Monatlich findet hier sogar für richtige Fans der 20er Jahre eine "Bohème Sauvage"- Klubnacht statt, bei der nur mit authentischer Garderobe Einlass gewährt wird. Das sollte jeder mal erlebt haben - mit echter Swing-Musik und den passenden Tänzen dazu lässt sich ein Stück des Lebensgefühls ganz sicher auch in der Gegenwart nachempfinden.

Swing-Musik als Jazz-Variante bringt einen neuen Tanzstil hervor

Doch was ist eigentlich das Besondere an Swing?

Als Musikrichtung entwickelte sich der Swing als Abwandlung bzw. Stilrichtung der Jazz-Musik. Ebenso wie Jazz liegen damit die Wurzeln in den USA. In keiner anderen Musikrichtung näherten sich Entertainment und Kunst so nah aneinander an. Einher mit dem Swing gilt auch die Entstehung der Big Band. So trat man nun mit so einer Vielzahl an Musikern auf, dass sich ganz andere Möglichkeiten bei der Inszenierung der Musikstücke ergab.
Aufgrund der guten Tanzbarkeit entstanden recht schnell diverse Tänze, die ebenfalls unter dem Begriff "Swing" zusammen gefasst wurden. In vielen Tanzschulen werden sie bis heute angeboten und es lohnt sich diese kennen zu lernen.

Swing hat seinen ganz eigenen Rhythmus. Dieser entstand aus der Mischung aus schwarzen Afro-Rhythmen und weißer Marschmusik. Es zeigt also einer Vermischung zweier ganz unterschiedlicher Kulturen, was diese Art des Tanzens auch so besonders macht. Das Tanzen bietet eine große Offenheit und Spielräume für die freie Improvisation, deswegen gibt es auch sehr viele Untertänze beim Swing. Die ursprünglichsten dieser Tänze sind Lindy Hop und Savoy-Style-Swing. In Filmen wurde dagegen meistens der Hollywood-Style-Swing getanzt. Gerade diese Offenheit beim Swing lässt den Spaß beim Tanzen nicht zu kurz kommen. Der Tanzstil eignet sich daher auch gut für Tanzanfänger, da die Regeln nicht so strikt sind.

Absinth - ebenfalls eine Art des besonderen Lebensgefühls...

Was das Alles mit Absinth zu tun hat? Richtig, auch die Spirituose aus Wermut, Anis und Fenchel hat seinen Ursprung in den 20ern. Umgangssprachlich als "Grüne Fee" bezeichnet gibt es eine große Auswahl an Absinth-Marken. Gemeinsam ist ihnen aber die grüne Farbe. Im Absinth-Depot in Berlin lassen sich die unterschiedlichsten Marken testen und können natürlich auch erworben werden. Sein Alkoholgehalt ist mit 45 bis 85 Prozent sehr hoch.

Lasst uns die Zeitreise in die goldenen 20er Jahre beginnen!

Ihr seht also: Zeitreisen sind möglich und sollten unbedingt einmal ausprobiert werden! Denn so macht Geschichte richtig Spaß.

Die 20er Jahre bieten dafür einen guten Start, doch auch viele andere Jahrzehnte haben spannende Geschichten zu erzählen.

Also: Tagsüber Sight-Seeing im Stile der 20er Jahre, ein Besuch im Absinth-Depot und abends Swing-Tanzen mit authentischer Kleidung und dem Genuss von Absinth - fast so schön wie eine echte Zeitreise...

Foto:  © alle Rechte vorbehalten von glen.h


Letzte Änderung: 29.11.2018

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