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Nach alter Schule Tanzen - Der Charme der goldenen Jahre

Sicher hast auch Du dich schon einmal im Leben nach einer Möglichkeit gesehnt, den stressigen Alltag hinter Dir zu lassen. Das geht Vielen so - spätestens am Montag Morgen, beim dritten Kaffee, im hektischen Büro. Leider neigen wir oft dazu, den Frust regelrecht in uns hineinzufressen. Dabei gibt es viele Möglichkeiten, seinem Körper, seiner Seele und seiner Fitness etwas Gutes zu tun und sich dabei auch noch richtig auszutoben - Tanzen ist eine Besondere Möglichkeit dieser Art! Nicht umsonst tanzen die Menschen schon seit Jahrtausenden, um Spaß zu haben und ihren Gefühlen Ausdruck zu verleihen. Dabei ist Tanzen auch immer ein Spiegel von gesellschaftlichen Ereignissen und Umständen - und das macht das Ganze so faszinierend, interessant und leidenschaftlich.

Nach alter Schule Tanzen - Der Charme der goldenen Jahre
Bild: Nach alter Schule Tanzen - Der Charme der goldenen Jahre

Tanzen nach dem Krieg

Man denke dabei zum Beispiel einmal an die unglaublichen sogenannten Goldenen Jahre. Diese begannen in den 1920ern aufzublühen, der Krieg war vorbei. Die Menschen entwickelten neue Lebensgeister und ein viel stärkerer Bezug zu Kultur, Mode und Tanzen konnte sich langsam durchsetzen. Stell dir vor, wie abenteuerlich und neu alles gewesen sein muss: 1918 wurde das sogenannte Tanzverbot erstmalig aufgehoben. Danach entwickelte sich der Prozess des (von heute aus gesehen) Vintage-Dancing rasant und unglaublich dynamisch.

Auch heute ist noch eine große Menge von dieser Faszination übrig geblieben: Retro- und Vintage-Liebhaber der 20er bis 50er Jahre aus aller Welt finden sich an immer mehr Orten zusammen, um diesen ganz besonderen Lebensstil zu zelebrieren.

Inwiefern hat sich das Tanzen zu dieser Zeit verändert?

Sicher fragst Du dich jetzt: Was für einen Unterschied hab es eigentlich zu vorher?

Nun, während des Krieges gab es nicht viel zum Feiern. Nach Beendigung dieser schrecklichen Jahre jedoch taten die Menschen das, wonach sie sich im Grunde schon die ganze Zeit sehnten: Sie tanzten! Feminin, leidenschaftlich, aufreizend und dennoch stilvoll: Das sollte die Tanzkultur der nächsten Jahre prägen, alles erlebte einen unglaublichen Aufschwung.

Adaptiert wurden dabei eine Menge Tanzrichtungen. Viele unterschiedliche Richtungen des Jazz beispielsweise kamen aus Amerika. Vielleicht bist du ja bereits ein informierter Retro-Freund - dann sind dir die Begriffe wie Foxtrott, Shimmy und Charleston mit Sicherheit ein Begriff. Und wenn nicht, wirst du sie sicher bald kennenlernen!

Wo vorher noch eine strenge Trennung der Geschlechter herrschte, war hier gewissermaßen Tanzflächen-Anarchie. Viele verschiedene Stile wurden aber auch neu erfunden, interpretiert und kombiniert. Eine Klasse des Tanzes rückte aber ganz besonders in den Vordergrund: Der sogenannte Swing-Dance. Allein der Name lässt vermuten: Hier geht es heiß her! Aber welche Elemente stehen beim sogenanntem Swing-Dance eigentlich im Vordergrund, was kannst Du davon erwarten und was musst du mitbringen?

Swing-Dance: Ein Tanzfieber breitet sich aus!

Ein paar Wenige fingen damit an, doch schon kurze Zeit später reisst es die Masse mit und Euphorie breitet sich aus: So ist es auch beim Swing Dance, der seine Ursprünge und Hochzeiten etwa in den 1930ern fand. Nicht umsonst wird diese Kategorie des Tanzens auch als "Tanzfieber" bezeichnet - es ist gewissermaßen ansteckend!

Den Ursprung fand der Swing im Jazz, welcher zu dieser Zeit ohnehin sehr gefragt war, es handelt sich also um eine Abwandlung des bereits vorhandenen Jazztanzes. Aber er war wilder, rebellischer, und mit mehr Bewegung verbunden. Der Swingtanz zeichnet sich dadurch aus, dass Deine Gliedmaßen bewegt werden - alle! Kein Bein, kein Arm und keine Hüfte darf oder sollte dabei still stehen. In der Regel wird paarweise getanzt - allerdings hast Du hier viel Spielraum. Denn beim Swingtanz gilt: Hauptsache, Du hast Spaß beim Tanzen und kannst Dich dabei möglichst frei bewegen!

Es gibt Parallelen zum Foxtrott, welche Du umsetzen kannst, wenn Du möchtest. In der Regel folgst du dabei einem schnellen, rhythmischen Takt, doch keine Angst: Das tut dein Körper von ganz alleine!

Der Swingtanz: eine absolute Rebellion

Während sich der Tanz entwickelte, wurde er in konservativen Gesellschaftskreisen unter anderem als "kulturelle Schande" verschriehen. Das lag daran, dass gewissermaßen alles erlaubt ist: Du kannst Deinen Partner durch die Luft drehen, ihn hochheben, und Dich in seine Arme fallen lassen. Ein solch enger Körperkontakt war manchen eher befremdlich, und entsprechend empfindlich wurde darauf hin und wieder reagiert. Deswegen waren es insbesondere Jugendliche, die darin Ansporn fanden. Swingtanzen war gewissermaßen das damalige In-die-Disco-gehen. Es wurde zum Zeichen für Jugendhaftigkeit, Dynamik, eine lockere Einstellung und Spaß am Leben. Deswegen wird diese Art des Tanzes auch heute noch von so Vielen geschätzt.

Besonders das disziplinäre Prinzip von "Recht, Zucht und Ordnung", welches dann später im Dritten Reich vorherrschte, hat der Swingtanz ausgehebelt. In manchen Kreisen galt er damals dann sogar als gelebte Rebellion, denn schließlich stand hier nur eine Sache im Vordergrund: Der Spaß am Dasein.

Was solltest Du mitbringen, wenn Du dich für Swingtanz interessierst

  • In erster Linie solltest Du Dir natürlich eine geeignete Tanzschule, Verein oder Club suchen, die zu Dir passt, damit geht das Lernen meist leichter von der Hand!
  • Eine Faszination für den schicken und kulturell interessanten Retro- und Vintage Look wäre natürlich auch von Vorteil. Doch die kommt dann oft von ganz allein, denn dafür ist diese vergangene Zeit viel zu vielschichtig und facettenreich.
  • Ansonsten kannst Du absolut Du selbst sein, wenn Du in Erwägung ziehst, diesen ganz besonderen Retro Tanzstil erlernen zu wollen. Es gibt keine Vorgaben über Figur, Auftreten oder Dresscode. Das ist schließlich das Prinzip, das der Tanzstil gewissermaßen vertritt!
  • Einen Tanzpartner zu finden, dem Du vertraust, hört sich erst einmal schwierig an. Doch aufgrund der Lockerheit wird das eventuell gar kein Problem für Dich sein - und dann macht es erst richtig Spaß!

Fazit: die Vorteile des Swings

Wie Du jetzt sicher gemerkt hast, handelt es sich hierbei um eine ganz besondere Art des Tanzes. Das hat vielfältige Gründe:

  • Den interessanten Retro-Gesellschaftsstil und Mode - die anfänglichen 90er muss man einfach Lieben!
  • Dynamische Bewegungen, die Dich anspornen
  • Deine physische Fitness wird gestärkt
  • Stressabbau, Du kannst aus Deinem Alltag abtauchen
  • Viel Freiheit beim Tanzen selbst.

Solltest Du also in Erwägung ziehen, einen Vintage Swingtanz auszuprobieren, dann wäre das vielleicht durchaus eine Überlegung wert!

Foto: © Alle Rechte vorbehalten von Jen Salik


Letzte Änderung: 12.05.2018

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