Lingy-Hop & Swing

Marilyn Monroe, Elvis, Rock 'n' Roll und Boogie Woogie - so hinterließen die 50er Jahre Eindruck!

Die 50er Jahre hinterließen einen bleibenden Eindruck - in Deutschland, aber auch weltweit. Nach den Kriegsjahren entstanden zwei gegensätzliche Staaten auf deutschem Boden mit unterschiedlichen Wirtschafts- und Gesellschaftsordnungen. Ziel war der Wiederaufbau der Städte und den Ausdruck einer Lebensfreude, die nach dem Krieg entstand. Die Armut wurde nach und nach besiegt - wohl auch durch den Wirtschaftsboom. Die USA wirkten zusätzlich auf die Welt ein: der Rock'n'Roll und der Boogie Woogie schwappte als neue Musikrichtung aus Amerika nach Europa über und schaffte ebenfalls ein neues Lebensgefühl und neue Freude in den Köpfen. Man lernte die passenden Tänze und ging feiern, es wurde üppig gegessen und getrunken - alles das, was in den Kriegsjahren nicht getan werden konnte. Man lebte das Leben in vollen Zügen und vergaß die grauen Kriegsjahre. Elvis Presley wurde als King of Rock'n'Roll weltberühmt und zum Frauenheld, die Männer dagegen waren verrückt nach der hübschen Filmikone Marilyn Monroe.

Die Wirtschaftswunderjahre nach dem Krieg und die Tradition des Sonntagsbratens

In den 50er Jahren, die auch als "Wirtschaftswunder Jahre" bezeichnet wurden, ging es in Deutschland stark bergauf. Zum Ende der Kriegszeit wuchs nicht nur die Wirtschaft rasant, sondern auch die Lebensfreude ebenso extrem, denn der Wirtschaftsboom befreite viele Menschen aus ihrer Armut und der Traum nach einem guten Leben entstand. Finanziert wurde der europäische Aufbau von den westlichen Alliierten und zumindest die Bundesrepublik profitierte Stark vom "Marshallplan", der Aufbauhilfe der USA. Da die Frauen nicht mehr arbeiten gehen sollten, fehlten teilweise so viele Arbeitskräfte, dass Gastarbeiter nach Deutschland gebracht wurden.

Die politische und wirtschaftliche Ungewissheit brachte eine neue Währung, eine neue Verfassung, eine neue Hauptstadt und eine neue Regierung mit Bundeskanzler Konrad Adenauer hervor. Zum Statussymbol wurde das Auto, das sich nun immer mehr Menschen der Mittelklasse leisten konnten, am bekanntesten der VW Käfer, als Auto der 50er Jahre. Darüber hinaus verbreiteten sich nach und nach Radios und Fernseher, als auch Küchengeräte wie Waschmaschinen und Kühlschränke in den deutschen Haushalten. "Made in Germany" wurde weltweit zu einem Qualitätsmerkmal für gute Produkte.

Durch die guten Produkte, die Deutschland nun exportierte, wuchs auch weltweit das Image und die Wertschätzung der Deutschen wieder, das unter den Ereignissen im Krieg stark gelitten hatte. Der "Wohlstand für alle", von Ludwig Erhard gefordert, wurde immer realistischer. Denn auch die deutsche Rentenreform entstand und sicherte auch den Wohlstand der Alten. Noch heute profitieren wir von dieser weltweit zu ihrer Zeit sehr einzigartigen Reform, auch wenn es seitdem einige Änderungen gegeben hat. Das führte auch dazu das üppig gegessen wurde - mit guter Butter, Bohnenkaffee und dem Sonntagsbraten, der ab jetzt nicht mehr auf den deutschen Tischen fehlen durfte. Das Weißmehl wurde nun auch zum Brotbacken genommen, das Angebot an frischem Gemüse wurde durch Konserven und Tiefkühlkost ergänzt.

Elvis Presley und der Rock'n'Roll

Nach harten, traurigen Jahren konnte die Lebensfreude in den 50er Jahren wieder ausgedrückt werden und wuchs rasant. Feiern und tanzen war wieder ein Hobby für Jedermann geworden, insbesondere mit der neuen Musik, welche die 50er Jahre mit sich brachten. Besonders beeindruckend war wohl der Rock'n'Roll Sänger Elvis Presley, der die 50er maßgeblich musikalisch, als auch modisch durch seine Tolle und seine körperbetonten Outfits geprägt hat. So sehr, dass er noch heute bei deutlich jüngeren Generationen weiterhin bekannt ist. Rock'n'Roll erkannte man an einem Frontmann, der mit Gitarre oder Klavier, Kontrabass, E-Bass und Schlagzeug im 4/4-Takt begleitet wurde. Wie auch kennzeichnend für Elvis war der Gesang eher kehlig-rau. Die Ursprünge des Rock'n'Rolls kommen aus dem Blues und dem Boogie-Woogie. Aus dem Rock'n'Roll entstand später die Rockmusik. Zu Rock'n'Roll wurde Lindy Hop, Jive oder Boogie Woogie getanzt. Kennzeichnend für diese Tanzstile waren die akrobatischen Einlagen und das "Rumgewirbel" der Frauen, das heute noch aus der Tanzgeschichte heraussticht.

Ebenso wie Elvis wurden in den 50er Jahren aber auch die Beatles und die Rolling Stones bekannt.

Dennoch gilt Elvis bis heute als der erfolgreichste Solo-Künstler weltweit und war auch als Schauspieler erfolgreich.

Der Boogie-Woogie

Der Boogie-Woogie wird paarweise getanzt und ist eine vereinfachte Version des Lindy Hop der 30er Jahre. Nach Europa kam er durch die amerikanischen Soldaten, wobei er nur in Europa unter diesem Namen bekannt ist. Aufgrund seiner schwarzen Wurzeln wurde er jedoch lange in Tanzschulen abgelehnt und erst durch den Film "Außer Rand und Band" im Jahre 1956 bekannter. Der afroamerikanische Stil wurde durch europäische Tanzlehrer an den europäischen Geschmack angepasst, anstößige Elemente wurden komplett aus dem Tanz verband. Beliebt war er vor allem in Berlin. Zum Rock'n'Roll-Tanz gibt es fließende Übergänge. Eine Trennung ist daher oft schwer. Bei dem schnellen Boogie-Woogie werden oft 200 Schritte pro Minute durchgeführt. Wenn diese Schrittzahl noch immer leicht aussieht, hat man einen guten Tänzer vor sich.

Marilyn Monroe - der weibliche Star der 50er Jahre und die Mode der Nachkriegsjahre

Neben Elvis Presley und den Beatles wurde aber auch eine starke Frau zum Megastar der 50er Jahre und weltberühmt: Marilyn Monroe. Sie begeisterte ihre Fans als Modell, Schauspielerin, Filmproduzentin und Sängerin und gilt heute als archetypisches Sexsymbol der 50er Jahre. Durch sie wurde der Petticoat und das Bleistiftkleid bekannt und bestimmten den Modestil der 50er Jahre. Roter Lippenstift und ihr wehendes weißes Kleid ist noch heute ihr Markenzeichen. Als Schauspielerin erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen, wurde irgendwann jedoch auf die Rolle der lasziven, naiven Blondine festgelegt, mit der sie sehr erfolgreich war. Darunter litt sie sehr, da sie den Traum verfolgte, als ernsthafte Schauspielerin angesehen zu werden. Ihr früher Tod im Alter von 36 Jahren konnte nie genau aufgeklärt werden, jedoch deutete vieles auf Suizid hin.

Mit Marilyn Monroe entwickelte sich auch die Mode in den 50er Jahren. Insgesamt war die Mode dieser Zeit sehr elegant. Frauen wollten mehr Weiblichkeit zeigen und viele sahen Marilyn Monroe und Brigitte Bardot als modisches Vorbild an. Wadenlange, breite Röcke, die Petticoats und ganz enge Bleistiftröcke kombiniert mit eng anliegenden Blusen unterstützen die Weiblichkeit der Frauen dieser Zeit. Hosen dagegen wurden kaum oder nur in der Freizeit getragen. Um das kurvige Bild zu verstärken wurden auch wieder Mieder getragen, um eine Wespentaille zu bekommen. Ganz hoch angesehen in den 50er Jahren war auch das Tragen von Hüten. Farblich waren sie abgestimmt zur Handtasche und Pumps. Doch auch Pfennigabsätze und Cocktailkleider kamen in den 50er Jahren in Mode, wobei Zweiteiler dennoch im Alltag die Mode anführten. Als neues Material für Kleidung kam die Kunstseide auf den Markt, die leicht zu trocknen und knitterfrei war. Die maschinelle Herstellung brauchte ganz neue Farben heraus.

Bei den Männern wurden Nylon- und Perlonhemden zu dieser Zeit begehrt - denn in diesen Materialien schwitze man deutlich weniger. Wer es sich leisten konnte und zeigen wollte, dass er aus der Oberschicht stammte, trug Hüte zum Anzug und zum Mantel. Jüngere Männer stylten sich mit Blue Jeans und Lederjacken eher rebellisch, so wie die amerikanischen Vorbilder Elvis Presley und James Dean und vergaßen dabei auch die Pomade für die Haare nicht.

Die Frauenrolle in den 50er Jahren begann zum ersten Mal ins Wanken. Während der Kriegsjahre mussten die Frauen arbeiten (oft in Männerberufen) und sich gleichzeitig um Haushalt und Kinder kümmern. Die Rückkehr der Männer zwang sie zurück an den Herd. Zum ersten Mal waren damit aber nicht alle Frauen einverstanden. Der Grundstein für die Frauenbewegung war gelegt.


Letzte Änderung: 29.11.2018

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